Kreis Mettmann: Fachtagung soll Weichen für Altenpflege stellen

Alt werden in den eigenen vier Wänden - das ist das erklärte Ziel.

„Die Kommunen müssen sich den Veränderungen einer alternden Gesellschaft stellen“, sagt Kreisdirektor Martin Richter – und verweist darauf, dass ein Drittel der Bürger des Kreises schon heute jenseits der 65 Jahre sind. „Also müssen neue seniorenpolitische Weichenstellungen erarbeitet werden.“

Im Kreisgebiet wurden die Zeichen der Zeit erkannt. Städte, Wohlfahrtsverbände, Kirchen und Pflegeeinrichtungen arbeiten eng zusammen. Doch um ein echtes Netzwerk zu spannen, bedarf es weiterer Schritte. Kreisdirektor Richter: „Unser Ziel ist es, den Senioren einen einzigen Ansprechpartner zu präsentieren. Einen Lotsen, der dafür sorgt, dass die alten Menschen nicht mehr im Labyrinth der Institutionen verloren gehen.“ Einen Schritt in diese Richtung hat man bei der Fachtagung „ALTERnativen 60plus – Zufrieden älter werden im Kreis Mettmann“ in Hilden gemacht.

„Die Zeiten, in denen die Leute ins Heim abgeschoben werden, sind zum Glück vorbei“, so Richter. „Ambulant vor stationär“ heiße heute das Credo. Das habe auch eine Umfrage der Träger bestätigt. „70 Prozent der Senioren wollen ihren Lebensabend lieber zu Hause verbringen als in einem Heim.“ Und wenn wir in der Altenhilfe nicht spürbarere Akzente setzen, wird uns das teuer zu stehen kommen.“ , ergänzt Richter. Er rechnet vor, dass der Kreis pro Jahr 22 Millionen Euro für die stationäre Pflege ausgebe. Die Kosten sind viel höher als in der ambulanten Pflege, für die wir bisher gerade mal 1,4 Millionen Euro zahlen“.

Ganz deutlich werde der Unterschied im Einzelfall. Richter: „Ein stationärer Leistungsempfänger kostet 833 Euro pro Monat, ein ambulanter mit 387 noch nicht mal die Hälfte.“

Quelle: 6. November 200, Stefan Schneider




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