6. Dezember 2009

Kontrollen werden verschärft

Im Sommer sorgte der Eierproduzent Hennenberg für Negativschlagzeilen: Er soll billige konventionelle Eier als teure Bioeier verkauft haben. Beiden Betrieben hatten Kontrollstellen regelmäßig bescheinigt, dass sie die Voraussetzungen für das begehrte Biosiegel erfüllten.

Nach den jüngsten Betrugsskandalen mit Biolebensmitteln haben die Aufsichtsbehörden mehr Kontrollen angeordnet. Bei großen Geflügelfarmen müssen die privaten Inspekteure jetzt mindestens vier- statt wie bisher einmal pro Jahr überprüfen, ob die Betriebe die Ökovorschriften einhalten.

Diesen Beschluss habe die Länderarbeitsgemeinschaft der Ökobehörden gefasst, sagte Vorsitzender Stefan Geisthardt am Mittwoch. Außerdem haben die den Ministerien unterstellten Ämter entschieden, dass sich die Kontrollstellen bei 20 Prozent ihrer Inspektionen nicht mehr bei den Betrieben anmelden dürfen.

Im Fall Hennenberg reichte den Inspekteuren dafür nach eigenen Angaben 2007 und 2008 jeweils nur ein Besuch vor Ort. Obwohl Hennenberg zu einem Verbund an Betrieben mit konventioneller und ökologischer Produktion gehört, wo Betrug besonders leicht ist. "Es hat offensichtlich nicht funktioniert, dass die Kontrollstellen selbst entscheiden, wie oft sie außer bei der Jahreskontrolle nach dem Rechten schauen", sagt Behördenmitarbeiter Geisthardt.

Deshalb ziehen die Ämter nun die Daumenschrauben an: Sie verpflichten die Inspekteure, "bei spezialisierten Ökogeflügelhaltern mit einer Bestandsgröße von mehr als 3.000 Tieren mindestens zwei Inspektionen jährlich, davon eine unangekündigt", durchzuführen. Wer mehr als 10.000 Tiere hält, soll mindestens viermal, davon dreimal unangemeldet überprüft werden.

Zudem müssen die Kontrolleure nun jährlich mindestens eine Futtermittelprobe dieser Betriebe im Labor analysieren lassen. Bislang haben sie das nur im Ausnahmefall gemacht.

Quelle: JOST MAURIN TAZ



Suche