Schwere Zeiten für Kommunen

Einen Haufen Geld könnten derzeit zahlreiche Kommunen vertragen. Vor allem im Norden des Kreises Mettmann sieht es finanziell düster aus.

Für die neue Bürgermeisterin von Wülfrath, Claudia Panke, ist es „fünf nach zwölf“. Reinhard Salewski, Kämmerer der Stadt Mettmann, hat sich mit einem Hilferuf an die Regierung des Landes NRW gewandt. Velbert ist schon lange daran gewöhnt, jeden Cent zweimal umzudrehen. Künftig aber wird er wohl dreimal umgedreht werden müssen, ehe er seinen Besitzer wechselt.

Die Kommunen im Norden des Kreises Mettmann leiden schwer unter der Wirtschafts- und Finanzkrise. Zwar meldet Wülfrath für dieses Jahr noch einen moderaten Rückgang der Gewerbesteuer-Einnahmen.Aber für das nächste Jahr fehlen der kleinsten Stadt im Kreis etwa zehn Millionen Euro, damit sie ihren Pflichten nachkommen kann.

Noch dramatischer ist die Lage in Mettmann. Dort gehen die Gewerbesteuer-Einnahmen in diesem Jahr um 80 Prozent zurück. Schuld daran ist, dass Mettmann von einem großen Arbeitgeber abhängt. Wenn der Automobilzulieferer Georg Fischer (GF) hustet, bekommt Mettmann die Grippe. Nun hat GF die Grippe.

In Wülfrath liegt Rheinkalk danieder, und TeDrive kämpft ums Überleben. Die Auswirkungen auf die Stadtkasse sind dort ebenso dramatisch wie in Velbert, wo der Mittelstand von namhaften Automobilzulieferern und Herstellern von Schlössern und Beschlägen geprägt ist.

Wenn es in der Wirtschaft läuft, ist Monostruktur nicht schädlich. Aber in Zeiten wie diesen ist sie brandgefährlich. So gesehen steht der Norden des Kreises Mettmann seit Monaten in Flammen.

Im Süden und im Westen hingegen, wo die Mischung aus produzierendem Gewerbe und Dienstleistern besser ist, bleiben die Auswirkungen der Wirtschaftskrise bisher vergleichsweise noch überschaubar. Langenfeld rechnet sogar mit Mehreinnahmen gegenüber dem Vorjahr.

Quelle: WZ 5. November 2009, Lothar Leuschen



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