Gemeinsame Pressemitteilung Von Kreisbauernschaft und BUND Kreisgruppe zur Regionalplanung

Gemeinsame Pressemitteilung der BUND-Kreisgruppe und der Kreisbauernschaft zur Regionalplanung der Bezirksregierung Düsseldorf

Anfang der Woche trafen sich die Vertreter der BUND-Kreisgruppe und der Kreisbauernschaft. Ein wichtiger Punkt des Gesprächs war die Regionalplanung für die nächsten 15 Jahre und der dabei vorgesehene Verbrauch  an landwirtschaftlicher Fläche. Die Planungen sind so bedrohlich für die Existenz von Natur und Landwirtschaft, dass Bauern und Umweltschützer sich zu einer gemeinsamen Stellungnahme entschlossen haben.
 
In der Planung der Bezirksregierung Düsseldorf für die nächsten 15 Jahre sind für den Kreis Mettmann über 300 Hektar Wohnbaufläche vorgesehen. 3.000.000 Quadratmeter Fläche und das bei einer Abnahme der Kreisbevölkerung um 30.000 Einwohner. Diesem Flächenhunger setzt der Kreis Mettmann und die IHK in einem gemeinsamen Gewerbeflächengutachten noch eine Flächenforderung von 420 Hektar drauf. Dazu kommen noch über 500 Hektar Fläche für Infrastrukturmaßnahmen, Sportflächenbau etc.. Insgesamt sollen also über 12.000.000 Quadratmeter verbraucht werden! Außerdem wird voraussichtlich ein zusätzlicher Flächenbedarf von 200 Hektar für den Bau der A 44 benötigt werden. Die überplanten Flächen werden zum größten Teil auf landwirtschaftlich genutztem Gebiet liegen. Die Kreisbauernschaft befürchtet dazu, dass die Fläche für die notwendigen Ausgleichsmaßnahmen mit Nutzungsbeschränkungen für die Landwirtschaft noch mehr als einmal so groß sein wird. Damit sind weit über 10 % der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche im Kreis Mettmann von der Regionalplanung betroffen.
 
Der Druck auf die landwirtschaftlichen Flächen ist schon jetzt sehr hoch und wird durch die Regionalplanung noch sehr viel höher. Naherholung, Natur- und Artenschutz, Anforderungen für die Energiewende und der Wunsch nach regionalen landwirtschaftlichen Produkten, all diese Nutzungen benötigen landwirtschaftlich Flächen. Für all dies muss man die landwirtschaftliche Fläche erhalten.

Die Politik sollte sich gut überlegen, ob man auf 10 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche verzichten kann nur um in den nächsten 15 Jahren Logistikbetriebe und Autohäuser billig anzusiedeln, die pro Beschäftigten mit  200 bis 300 m² einen ungeheuren Flächenbedarf haben. Der Verlust an landwirtschaftlicher Fläche wiegt bei weitem schwerer.

Am Ende werden Natur und Arten sowie Naturlandschaft und die Möglichkeit zur Naherholung unwiederbringlich verschwunden sein. Finanziell werden immer weniger Bürger für immer mehr Infrastruktur aufkommen müssen. Es wird Zeit dafür, dass unser Flächenbedarf  auf brachliegenden Gewerbeflächen befriedigt wird und keine landwirtschaftliche Fläche mehr in Anspruch genommen wird, auch wenn dies mit zusätzlichen Kosten verbunden ist.

Pressekonferenz am 16.Juni 2011

Nach dem beschlossenen Atomausstieg wird immer wieder gefordert, unsere Stromnetze ausbauzubauen.Man will sie in Nord Süd Richtung bauen, um Solarstrom aus dem Süden und Windenergie Windrädern vor der Küste nach Süden zu transportieren.

Dieser Ansatz ist falsch! Windenergie muss vor allem an Land erzeugt werden. Baden-Württemberg, Hessen, Bayern und auch Nordrhein-Westfalen haben einen riesigen Nachholbedarf bei Windkraft. Windräder im Meer sind zwar 50 % ergiebiger,dafür aber doppelt so teuer. Die Förderung der Offshore Windräder dient vor allem den großen Stromversorgern, da nur sie die Windräder vor der Küste finanzieren können.Manche denken beim Netzausbau auch an Norwegen. Wasserkraft in Norwegen soll als Stromspeicher für uns dienen. Norwegen hat aber nur etwa ein Viertel unserer Stromproduktion. Die Norweger werden kaum bereit sein, für uns Stauseen zu bauen.

Wir haben daher in unserer Pressekonferenz vom16.Juni 2011 ein Konzept vorgestellt, wie man den Atomausstieg bewältigen kann.

Dies ist möglich unter drei Voraussetzungen:
1) weniger Stromverbrauch (-15%)
2) bessere Ausnutzung unserer Kraftwerke. (+15%)
3) Ausbau der erneuerbaren Energien (+17%)

1) Stromsparen Die Energieeffizienz nimmt um über 2 % jährlich zu. Vor fünf Jahren hatte ein 80 cm Fernseher einen Verbrauch von 150 Watt heute unter 80 Watt. Dies muss ausgenutzt werden. Es sollten bei jedem Neukauf nur die sparsamsten Geräte gekauft werden. Das spart Energie und den Geldbeutel. Jeder sollte darauf achten, dass er sparsam mit dem Strom umgeht. Besonderen Augenmerk muss man auf PC, Sat- oder HD-Recorder und ähnliche Geräte legen, die mittlerweile den Kühlschrank im Verbrauch von der ersten Stelle verdrängt haben.

2) Kraft –Wärmekopplung: Wir leisten uns eine ungeheure Verschwendung: In großen Kohlekraftwerken wir nur ein Drittel der Energie zur Stromerzeugung genutzt. Zwei Drittel der Energie gehen ungenutzt in die Umwelt. Wenn man Kraftwerke in die Nähe von Bebauung und Gewerbe baut, kann man mit der anfallenden Wärme heizen oder Prozesswärme für die Firmen liefern. In Wuppertal zum Beispiel gibt es in Barmen und Varresbeck zwei Kraftwerke mit je etwa 100 Megawatt elektrischer Leistung. Das Bergische Plateau hat ein 70 Kilowatt Blockheizkraftwerk für 70 Häuser zum Preis von 70.000 € und damit billiger und effektiver als jede normale Heizung. In Deutschland  ist der Anteil der Kraft-Wärmekopplung mit 15 % sehr gering. Finnland, Holland und Dänemark  haben  40- 50 %. Zum Ausbau wären Förderprogramme nötig. Diese gab es schon im Jahre 2009 sind aber dann wieder stark gedeckelt worden.

3) Erneuerbare Energien: Windkraft muss vor allem auf dem Land ausgebaut werden. Windräder im Meer kosten das Doppelte und brauchen zusätzliche Netze durch das ganze Land!
Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und auch NRW  haben noch riesige Wind-Potenziale. Die Rot-Grüne NRW Landesregierung möchte die Windenergie verfünffachen! Dies vor allem durch Repowering, wobei nur die vorhandenen Standorte mit leistungsfähigeren Windrädern ausgerüstet werden. Dies bedeutet nicht, dass die Belastung für die Anwohner größer wird. Dafür wären auch keine neuen Stromtrassen nötig.

Preise: Auch die Preissteigerung ist begrenzt. Wir können Milliarden an Importkohle und Uran sparen. Von den Milliarden, die der Bürger für die Entsorgung von radioaktivem Müll ausgibt (Asse Gorleben) ganz zu schweigen.Die Preiserhöhung für den Strom liegt nach allen ernstzunehmenden Studien unter 1 ct/kWh.


 

 

 

Kameramann filmt Demo, Foto: BUND


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